1. Der beste Film mit Stanley Tucci ist für mich Road to Perdition (daneben: Margin Call).
2. Roland Emmerich hat mit hoffentlich Anonymous seine beste Regiearbeit abgelegt, weil dieser sein einziger Film ist, der auch nur einen Hauch wahrhaften Interesses in mir weckt, aber ins Kino hat er mich dann doch nicht gezogen.
3. Der beste Film mit Audrey Tautou ist für mich Le fabuleux destin d’Amélie Poulain, der beinahe einzige Film aus ihrer Filmographie, den ich gesehen habe – seither spielt sie doch gefühlt immer dieselbe Rolle, vielseitig ist sie nicht gerade.
4. Wie findet ihr es, wenn bekannte Filmschauspieler plötzlich im Serienfach auftauchen und vor allem, wertet das diese Serien eurer Meinung nach auf oder hat das keinen Einfluss?
Heutzutage ist die amerikanische und britische Serie ja glücklicherweise auf einem Niveau, da es fast schon eine Ehre ist, die Hauptrolle in einer solchen verkörpern zu dürfen. Sie braucht gar keine Aufwertung mehr. Dennoch kann ein Star, den ich mag, ein Grund sein, in eine Serie hineinzuschauen. Andererseits entdecke ich auch sehr gerne neue Gesichter, die unvorbelastet ganz mit ihrer Rolle verschmelzen können über die Staffeln hinweg.
5. Filme, bei denen in den letzten fünf bis zehn Minuten vor Schluss alles über den Haufen geworfen wird, was man zuvor gesehen hat, waren früher unglaublich cool, sind heutzutage aber fast schon ein wenig altmodisch. Das Mittel zieht nicht mehr so recht. Vielleicht ist das unaufgeklärte Ende dessen Ablösung.
6. Im Grunde ist so mancher eine/r meiner liebsten Schauspieler/innen, aber der ein oder andere Film mit ihm/ihr war wirklich enttäuschend, denn Ausreißer in der Filmographie sind bei Schauspielern doch völlig üblich. Es ärgert mich oft, wenn Talent verschwendet wird (z.B. könnte Ben Foster doch endlich mal mit den Actionfilmen aufhören und Johnny Depp bitte mit seinem Piraten), aber es ist doch noch leichter zu akzeptieren, als wenn der Lieblingsregisseur völlig Abwegiges abliefert.
7. Mein zuletzt gesehener Film war Quantum of Solace und der war auf den zweiten Blick doch sehr viel einfacher, als ich ihn in Erinnerung hatte, weil er leider nur von einem Schauplatz zum nächsten, von einem Kampf zum nächsten hüpft, aber doch immerhin einen schön grimmigen Hauptdarsteller hat. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was Sam Mendes aus James Bond macht.
von Medienjournal

“Road to Perdition” war auch meine Wahl, ein großartiger Film. “Ein Quantum Trost” hat mich als Nachfolger des grandiosen “Casino Royale” maßlos enttäuscht (vor allem aus dem Grund, den du genannt hast), da konnte auch Daniel Craig nicht mehr viel retten. Aber Sam Mendes wird’s mit “Skyfall” schon richten.
“Casino Royale” hat mir auch besser gefallen, doch auch hier musste ich nach der zweiten Sichtung erkennen, dass er im Grunde doch sehr flach ist und hauptsächlich durch die kecke Chemie zwischen Eva Green und Daniel Craig besticht. Schade, aber Sam Mendes’ Perfektionismus lässt Großes hoffen.
Ich habe nicht mal mehr große Hoffnungen für “Anonymus”. Der Emmerich hat mein mir einfach keine Chance mehr. Naja, wobei, vielleicht wenn er mal im TV läut.
Als Anglistin bin ich eben schon neugierig auf diese Shakespeare-Fiktion. Und dass Emmerich seine These wohl ernst meinte, macht die Angelegenheit auch noch ein wenig witzig. Außerdem ist diese ausnahmsweise sehr nützliche Verwendung seiner Effekt”kunst”, um das London von damals auferstehen zu lassen, sicherlich sehenswert.