Steve McQueen

Gelesen #5

Der letzte “Gelesen”-Post ist schon wieder eine Weile her, was aber nicht daran liegt, dass ich nichts lese. Ich verlinke schließlich nun auch gerne mal direkt in der Besprechung eines Films/einer Serie zu interessanten Artikeln. Das scheint mir praktikabler. Viele allgemeiner gehaltene Artikel kann ich heute nicht anbieten, aber die Kategorie soll ja nicht verstauben.

  • Hannah Mowat schreibt über das Machtgefüge zwischen inneren und äußeren Räumen, Architektur und Natur in L’Année dernière à Marienbad, The Shining und Hotel. Sie baut dann noch eine interessante Brücke zum kollektiven Gedächtnis, indem sie die gezeigten Institutionen als Gedächtnisorte versteht:
    “I would like to suggest that [the three films] explore our assumption that memory is a place – an indexical recollection that we can call upon to access and re-enact specific moments of time past.”
  • Steve McQueens Schlachtfeld ist der menschliche Körper. An ihm werden in seinen Filmen die Konflikte ausgetragen. Warum er sich dennoch weder im Leid suhlt noch sich daran ergötzt, also weder Miserabilist noch Sadist ist, erklärt Lowry Pressly anschaulich in ’12 Years A Slave’: On Humane Suffering”:
    “McQueen confronts his audience by demanding that we recognize what Immanuel Kant called the ‘humanity in the person’ in situations in which his characters, due to the historical circumstances in which they find themselves, do not or cannot.”
  • “Don’t worry about the end of film”: Ein kurzer Artikel von Richard Brody, in dem aber zahlreiche Ideen zu Wesen, Materialität, Rezeption von Film stecken. Sein Fazit ist ganz meins: dass filmische Qualität auf jedem Gerät und in jeder Größe überzeugen kann, die Erfahrung, Filme im Kino auf Film zu sehen, trotzdem eine wertvolle ist.
  • Sean Axmaker erzählt von den Dreharbeiten zu Russian Ark, der aus nur einer Einstellung bestehenden Reise durch die Sankt Petersburger Eremitage von Aleksandr Sokurov. Ich habe den Film schon gesehen, allerdings damals kaum verstanden, was vor sich geht. Der Artikel macht deutlich, was für ein Kraftakt und was für eine unglaubliche künstlerische Leistung der Film war und macht große Lust auf ihn.
    “Neither documentary nor traditional narrative, it is sui generis, marrying history and art in a tour-de-force act of filmmaking that is as graceful as a ballet and as thoughtful as an essay.”
  • Nadia Connor über das ideologiefreie Machtstreben in Westeros und Daenerys Targeryens imperialistisches Anliegen.
    “What will happen when Daenerys hits Westeros? How will her (apparently) unstoppable imperial messianism be received there, where nobody believes in the idea that one exceptional person can change things for everyone? Where slavery and rape are outlawed, and Eurocentrism is already the order of the day? Perhaps it will be a revelation, the curtain swept back on her cultural campaign, the true locus of her power exposed: superior military capability.”

Wiedersehensfreude: The Getaway (Getaway – Sam Peckinpah, 1972)

getawayoriginalNach der großen Wiedersehensfreude mit The Wild Bunch und vor allem Straw Dogs hatte ich mir bei The Getaway Ähnliches erhofft. Aber leider fällt er gerade im Vergleich zu jenen beiden Filme sehr ab. Im Gedächtnis geblieben sind mir die großartigen Montagen, die mich auch jetzt wieder begeisterten. Der Beginn rattert visuell und akustisch wie ein Motor, sodass sofort nachvollziehbar ist, dass Doc dringend der Gefängnismaschinerie entkommen muss. Und auch eine Montage etwas später ist wundervoll: ein zukünftiges gemeinsames Bad im Fluss erscheint im Zusammenschnitt zunächst wie Docs Vorstellung, bevor wir an den beiden nassen Gestalten erkennen, dass sie Wirklichkeit wurde. Gegenwart, Vorstellung und Zukunft fallen zusammen in der filmischen Magie der Montage. Peckinpah ist (hier zusammen mit Robert L. Wolfe) eben ein Meister des Schnitts (obwohl er selten den letzten hatte).

Aber auch wenn die einzelnen Szenen bestechend umgesetzt sind, hat der Film im Ganzen eigentlich nichts zu sagen, zumindest sehr viel weniger als sämtliche andere Peckinpah-Filme bis zu diesem Zeitpunkt. Es ist tatsächlich einfach mal ein Unterhaltungsfilm. Selbst die Darstellung der Gewalt dient hier keinem größeren Zweck. Die Sympathien sind klar verteilt und so ist es nicht weiter tragisch, dass die Bösen dem finalen Shootout zum Opfer fallen. Doc McCoy ist wenigstens kein eiskalter Killer, er tötet nur zum Selbsterhalt, ungern und manchmal nicht mal richtig. Es ist dabei aber immer schwierig, einem in schwarzem Anzug gekleideten Steve McQueen mit Gewehr in der Hand die Coolness abzusprechen. Er ist souverän, da gibt es keine Zweifel. Selbst wenn er in anderen Belangen nicht der strahlende Held ist (er ist emotional unsicher, auch im Bett, schlägt Frauen), ist er ein Profi. Und er ist auf der Höhe seiner Zeit, kein Auslaufmodell wie Peckinpahs Westernprotagonisten. Die Spannungen zwischen den Ehepartnern geben zwar eine gewisse menschliche Dimension – die mit einer anderen, völlig pervertierten Liebesbeziehung kontrastiert wird -, Carol allein kommt allerdings trotz aller Loyalität (eine von Peckinpahs wichtigsten Tugenden) und Toughness manchmal schon sehr inkompetent und einfältig rüber. Da haben wir bereits bessere Frauen gesehen bei Peckinpah. Noch dazu ist die Musik von Quincy Jones oft sehr störend und penetrant 70er Jahre.

Zugutehalten kann man der Geschichte immerhin, dass deutlich wird, dass es für das Paar eigentlich kein Entrinnen gibt. Zum Verbrechen werden sie gezwungen, alles Weitere, die Flucht, die Schießereien, ergeben sich dann zwangsläufig daraus, aus Menschen, die ihnen Übles wollen oder schlicht aus Pech. Und irgendwann ist der angerichtete Schaden zu groß, um noch umzukehren. Es ist wie ein Strudel des Verbrechens, in den sie hineingerissen werden. Die Gewalt steckt wieder im System (im korrupten Gefängnisoffiziellen etwa). Resultat und Ausmaß ihrer Handlungen werden aber nicht hinterfragt. Sie gehen schließlich auch als strahlende Sieger daraus hervor (das tut David Sumner zwar auch, aber im Vergleich zu Straw Dogs wird wieder deutlich, dass nicht der Triumph allein entscheidet, sondern auch der Kontext und die Inszenierung). Da gibt es keine Ambivalenz und Skepsis von etablierten Mythen. Es ist einfach enttäuschend, wenn der Regisseur, der bisher so sehr gegen den Unterhaltungswert von Gewalt aninszeniert hat, nun der Kommerzialisierung und Trivialisierung in die Hände spielt. Bezeichnend, dass der Film ordentlich Geld eingespielt hat.

Peckinpah hat eben seine Maßstäbe selbst gesetzt. Da genügt es nicht mehr, nur eine eigentlich gelungene, eher unglamouröse Variation von Bonnie and Clyde vorzusetzen, eine weitere Ode an die Loyalität. Ich wünschte nur, Peckinpah hätte die Coolness der Waffe in Steve McQueens Hand nicht nur so unnachahmlich überzeugend inszeniert, sondern auch hinterfragt. Aber wenigstens weiß ich andere seiner Filme nun sogar noch etwas mehr zu schätzen – jene, die unterhaltsam sind UND mit Fragen, Skepsis und Erkenntnissen entlassen.

Sonstige Filme im Januar

  • Byzantium (Neil Jordan, 2012): Auch wenn ich die Ausgangssituation, die Figuren, die Schauspieler, das Setting mochte, war ich trotzdem unbefriedigt. Es ist eine Mischung aus Låt den rätte komma in und Interview with the Vampire ohne aber annähernd an die Klasse, die Geschlossenheit der beiden heranzukommen. Irgendwie machen Neil Jordan und Autor Moira Buffini nichts Interessantes daraus, obwohl der Genderkampf und die mythische Vampirentstehung neu sind. Es ist ja trotzdem vor allem ein Fluchtdrama und eine etwas lahme Liebesgeschichte (obwohl Caleb Landry Jones wieder so schön schnuffig zerrüttet ist). Ich war wohl auch noch zu sehr von Only Lovers Left Alive verwöhnt …

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  • La leggenda di Kaspar Hauser (The Legend of Kaspar Hauser – Davide Manuli, 2012): Ein seltsamer, episodenhafter Schwarz-Weiß-Film über einen ewig tanzenden Kaspar Hauser, der an einer italienischen Insel angespült wird und von den überschaubaren Inselbewohnern verschiedene Behandlungen und Vermutungen über sich ergehen lassen muss. Viel elektronische Musik und Vincent Gallo in einer Doppelrolle. Ich weiß nicht, was es bedeutet, aber einen gewissen Charme hat der Film manchmal schon.
  • Alpeis (Alpen – Giorgos Lanthimos, 2011): Ich glaube, diese neue griechische Filmwelle ist nichts für mich. Diese Filme sind so glatt, ich kann mich an nichts festhalten, ich rutsche förmlich an ihnen ab. Und das ist auch schon alles, was mir dazu einfällt.
  • Chelovek s kino-apparatom (Der Mann mit der Kamera – Dziga Vertov, 1929): Michael Nyman hat 2002 eine neue Musik zu dem Film geschrieben, was (das gebe ich gerne zu) der Grund für meine Neusichtung war. Und ich finde: Die Musik macht den Film noch viel reicher, sie ist liebevoll und lebensfreudig. Ansonsten ist das natürlich ein Werk zum Staunen, das jeder Filmfreund gesehen haben sollte. Ich liebe vor allem die Gleichsetzung der Kamera mit einem voyeuristischen Auge.
  • Ha-shoter (Policeman – Nadav Lapid, 2011): Ein Film über zwei radikale Gruppen im heutigen Israel –  eine übermaskuline Spezialeinheit der Polizei und militante Weltverbesserer -, der allerdings sehr auf Distanz hält, auch dadurch, dass er die beiden Einblicke klar voneinander trennt, sodass er zwischendurch plötzlich eine ganz andere Geschichte erzählt. Auch gibt es keinen Sympathieträger, keine Psychologisierung, keinen Kontext. Die Herangehensweise ist spannend (indem man eben lange nicht erfährt, um was es eigentlich geht), die Ausführung bietet allerdings keine wirklichen Einsichten zum Thema Gewalt etwa – bestenfalls, dass sie immer übertrieben und sinnlos ist.

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  • Old Joy (Kelly Reichardt, 2006): Ich schätze Kelly Reichardts Fähigkeit sehr, das mühsame, unglamouröse Leben kleiner Leute in einem Film zu komprimieren und dadurch authentisch über ihr Land zu sprechen. Auch mit Old Joy ist ihr ein kurzes, aber treffendes, subtil mit Andeutungen arbeitendes Porträt einer bestimmten Generation gelungen, die anspruchslos ist, sich aber dennoch nach einer gewissen Harmonie und Unberührtheit sehnt, die im zeitgenössischen Amerika scheinbar nur in der Natur zu finden ist. In Wendy and Lucy und Meek’s Cutoff hat sie ihr Sozialdrama aber wesentlich besser und herzzereißender auf den Punkt gebracht, finde ich.
  • 12 Years a Slave (Steve McQueen, 2013): Ich war ja bereits nach seinem zweiten Film großer McQueen-Fan, aber dieser Film hat mich seltsamerweise kalt gelassen. Er bietet zwar eine Identifikationsfigur, hält den Zuschauer aber trotzdem die ganze Zeit auf Distanz. Das Gefühl einer 12-jährigen Tortur stellt sich auch nie ein. Dabei ist es ein erfreulich sachlicher Film darüber, was Sklaverei aus einem Menschen macht, alle (bis auf Brad Pitt vielleicht) sind perfekt gecastet (besonders Chiwetel Ejiofor und Lupita Nyong’o) und Michael Fassbender ist wie immer phänomenal. Kalt gelassen hat der Film mich aber trotzdem.
  • The Wolf of Wall Street (Martin Scorsese, 2013): Ein überraschend konventioneller Aufstieg-und-Fall-Film, der schon arg lang ist und, ja, die Opfer außen vor lässt, doch sie sind nun mal kein Teil von Belforts Wahrnehmung, die wir hier teilen sollen. Schade finde ich schon eher, dass seine kriminellen Finanzaktivitäten nicht näher erklärt werden, sodass er gar nicht so sehr als Verbrecher dasteht. DiCaprio ist brillant, ebenso wie die letzte Szene und Einstellung, die doch eigentlich die ganze Kritik enthält, den Spiegel, den der Film und vor allem das Publikum braucht. Lesenswert

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  • Bastard (Carsten Unger, 2011): Ein Genrefilm aus Deutschland (ein Thriller mit überraschenden Wendungen nämlich), der aber leider, leider schon wieder zu angestrengt versucht, Genrefilm zu sein. Die Prämisse ist gar nicht so schlecht (zwei Jugendliche aus lieblosen Familien erpressen sich eine Ersatzfamilie), die Geschichte unvorehrsehbar und manche Szenen besonders schauspielerisch spannend. Aber dann ist die Musik so penetrant, werden visuelle Spielereien zum Selbstzweck und manche Entwicklungen sind fast ein wenig peinlich, da total abgenutzt. Schade. Aus diesen beiden jungen Protagonisten hätte man etwas machen können. We need to talk about Leon.
  • Quills (Quills – Macht der Besessenheit – Philip Kaufman, 2000): Da sind furchtbar spannende Ansätze zu Zweck und Verantwortung von Kunst und zur Macht von Pornografie und persönlichen Begierden enthalten, die allerdings irgendwann dem großen Drama geopfert werden. Die Aussagen bleiben daher bestenfalls widersprüchlich, wenn nicht sogar ein Vorwurf an alternatives Gedankengut, das die Schwachen korrumpiert. Es war aber schön, mal die ganz jungen und frischen Kate Winslet und Joaquin Phoenix wiederzusehen. Ich liebe Kates Begeisterungsfähigkeit und Resolutheit und Joaquins Güte.
  • Cutie and the Boxer (Zachary Heinzerling, 2013): Ein liebevoller Einblick in das nicht immer leichte Leben eines semi-erfolgreiches Künstlerpaars, der sich zu gleichen Teilen der Kunst und den Charakteren widmet. Nicht mehr und nicht weniger.
  • Dirty Wars (Rick Rowley, 2013): Eine als persönliche Reise des Filmemachers erzählte Doku über ungerechtfertigte Methoden und Unmenschlichkeiten, die die USA während ihren aktuellen Kriegen unter anderem anstell(t)en – mit großem atmosphärischem Stilwillen gedreht, was ab und zu leider etwas aufdringlich ist.

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  • Paradies: Liebe (Ulrich Seidl, 2012): Der Film zeigt die ganze Bandbreite, die das Verhalten dieser anerkennungsbedürften Frau ausmacht: Das aus Enttäuschung geborene Bedürfnis, den Rassismus, die Abgebrühtheit und Naivität, die Widersprüchlichkeit (während sie die Oberflächlichkeit der Männer beklagt, behandelt sie die Afrikaner auch nur wie ein Stück Fleisch) und schließlich die Ernüchterung ob der fehlenden wirklichen Zuwendung. Tatsächlich hatte ich das Gefühl, hier ein noch ganz unaufbereitetes Thema und einen bisher unbekannten Einblick in die menschliche Natur erhalten zu haben.
  • Paradies: Glaube (Ulrich Seidl, 2012): So prägnant wie Paradies: Liebe ist der Film jedenfalls nichts, er zieht sich im Gegenteil sehr und ist alles andere als subtil und überraschend. Interessanter hätte ich ein Porträt moderner, auf den ersten Blick angepasster Gläubiger gefunden.
  • Paradies: Hoffnung (Ulrich Seidl, 2013): Ich bin froh, dass die Reihe wenigstens EINE durchweg sympathische, wenn auch nicht fehlerfreie Hauptfigur enthält. Wohl und Wehe der Jugend werden sehr authentisch dargestellt, dabei ein sehr positives Körperbild vermittelt und die Romanze bleibt bei einer ambivalenten Andeutung. Gut gemacht, aber auch nicht so geschlossen wie Paradies: Liebe.
  • Here (Braden King, 2011): Ein amerikanischer Kartograf und eine armenische Fotografin reisen durch armenische Landschaft. Es ist ganz angenehm, dass der Film zunächst kein erkennbares Anliegen hat, keine Culture-Clash-Analyse oder Selbstfindungsodyssee ist, und die Antriebe der beiden Protgaonisten nur andeutet. Auch zeichnet er kein verklärt-harmonisches Bild von Land und Liebe. Zum Schluss wird es dann aber doch etwas zu üblich und die Filmessay-Passagen (die mir an sich gut gefielen) fügen sich nicht in den Rest ein, wollen nur angestrengt Bedeutung herstellen.

Media Monday #52

1. In nur wenigen Wochen startet endlich 12 Years a Slave in den Kinos! Da freue ich mich ganz besonders drauf, weil ich Steve McQueen für einen der vielversprechendsten, talentiertesten, exaktesten “jungen” Filmemacher halte und ich sehr gespannt bin, wie er sich bei einer so großen Produktion schlägt. Wie man liest: sehr gut. Ach ja, Michael Fassbender schadet natürlich auch nie. Aber das wissen meine treuen Leser ja schon alles. Entschuldigt, dass ich mich so oft wiederhole.

2. Von ________ bin ich – obwohl es objektiv betrachtet gar nicht gut war – lange Zeit nicht losgekommen, weil ________ . Da fällt mir (bis auf einige Soaps früher) nichts ein. Mittlerweile achte ich schon darauf, keine Zeit mit Dingen zu verschwenden, die eigentlich unbefriedigend sind (wenn es sich vermeiden lässt).

3. Die liebste Serie meiner Kindheit, die ich gerne noch einmal schauen würde ist (Prinzessin) Fantaghirò, weil ich davon noch sehr klare Bilder im Kopf habe und mich einfach interessiert, ob die Faszination von damals in irgendeiner Weise gerechtfertigt ist.

4. Ich hatte mir fest vorgenommen, das Buch Die Göttliche Komödie zu lesen, doch muss ich mich dabei so konzentrieren, dass ich nur einen “Gesang” auf einmal schaffe, und nun liegt es zu 10% gelesen hier herum.

5. Von dem Film The Secret of Kells hatte ich lange Zeit überhaupt nichts gehört, bis ich auf filmdienst.de oder im entsprechenden Heft eine Kritik dazu las und das war dann tatsächlich bisher die wundervollste Filmerfahrung des Jahres für mich. Ein bestechender Grund, Filmkritiken zu lesen, ist nämlich der, dass man nur so auf Unbekanntes stoßen kann.

6. Das letzte Mal, als mir ein/e Freund/in euphorisch einen Film empfohlen hat ist lange her. Eigentlich kommt das auch nicht vor. Schließlich bin ich die Expertin, die anderen etwas empfiehlt. Und überhaupt höre ich nur auf Empfehlungen von Leuten, denen ich filmisch vertrauen kann. Meine Freunde gehören nicht unbedingt dazu.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Shadow Dancer und der war eine geschickte, auch spannende Verbindung von Agententhriller und persönlichem Drama, der dauernde Anspannung und Ungewissheit gut in Szene setzt. Dennoch hat er mich nicht so gepackt hat, wie ich es mir erhofft hatte, weil … Ja, warum? Vielleicht, weil das Sprezifische des Nordirlandkonflikts zu wenig deutlich wird, der politische Hintergrund generell kaum anklingt und dadurch fast austauchbar ist. Vielleicht auch einfach, weil er nur schon zu bekannte Bilder und Dilemmas findet.

von Medienjournal

Media Monday #51

1. Das Duo aus RegisseurIn Steve McQueen und DarstellerIn Michael Fassbender finde ich perfekt. Beide erreichten durch den anderen ihr volles Potenzial. Sie haben sich gesucht und gefunden und gehen hoffentlich nie wieder auseinander.

2. Südstaaten-Krimis in Filmform finde ich schon reizvoll, zumindest diese schwüle, geheimnisträchtige Stimmung. Das rührt vielleicht noch von meiner Anne-Rice- und John-Grisham-Phase als Teenager her.

3. Ein Lese- und Seriensonntag im Bett lässt sich mit nichts vergleichen, weil es nichts Gemütlicheres, Eskapistischeres gibt.

4. Ich fände es interessant, wenn in Interviews auch mal gefragt würde, was der Befragte von diesen ständigen Interviews eigentlich hält. Leider sind die meisten Interviews ja eher überflüssig, da sie weder aufschlussreiche Aussagen noch Unterhaltungswert hervorbringen. Ich sehe mir auch nur noch selten welche an, wenn mal wieder eins durchs Internet geistert etwa. Selbst wenn ein interessanter Regisseur befragt wird, lese ich das nur selten, weil zu oft nur Anekdoten erzählt werden. Ein Interview sollte entweder eine unterhaltsame Show sein oder mir etwas von Welt- und Kunstverständnis des Befragten mitteilen.

5. Ich mag eine beeindruckende Kameraführung, weil sie die Kunstfertigkeit des Mediums Film verdeutlicht. Dafür sind nicht unbedingt elaborierte Plansequenzen oder dergleichen nötig (obwohl ich diese ja besonders mag), eine prägnant gesetzte Kadrierung kann auch schon beeindrucken.

6. Statt Rezensionen/Kritiken wäre es toll, wenn es auf Film-Blogs u. ä. viel mehr Specials gäbe wie etwa Vorstellungen von weniger bekannten filmrelevanten Dingen, Werken oder Personen. Es werden leider flächendeckend überall dieselben Filme besprochen.

7. Mein zuletzt gelesenes Buch war Die versiegelte Zeit von Andrej Tarkowskij und das war etwas irritierend, weil ich nicht ganz so spirituell-religiöse Gedanken erwartet hatte. Tarkowskij geht sehr intuitiv, aber mit absoluter Ernsthaftigkeit und Idealismus ans Filmemachen heran. Für ihn ist der ideale Künstler eine Art Prophet, die Stimme des Volkes, und soll in seiner Kunst Wahrhaftigkeit, die eigene erfahrene Realität, ja, die absolute Wahrheit (die jedoch subjektiv ist) ausdrücken, das Ideal einer Harmonie zwischen Materiellem und Geistigem. Vielleicht schreibe ich darüber aber noch etwas ausführlicher.

von Medienjournal

Media Monday #42

1. Der/die coolste FluchtwagenfahrerIn ist Steve McQueen.

2. Filme, in denen die Natur als Feind dargestellt wird, können vielfältig ausfallen: eher lächerlich, plump bombastisch, als existenzialistischer Überlebenskampf oder sanft bedrohlich wie in The Birds.

3. Filme, in denen Klischees und Plattitüden ausgestellt werden kann ich ehrlich nicht mehr sehen. Zu viel, was ich hier nennen könnte. Im Moment nervt mich aber besonders das Größer, Lauter, Mehr.

4. Der enttäuschendste Serienstart der letzten Jahre war für mich eindeutig Parade’s End, weil mir sonst alle jüngeren Serien, die ich begonnen habe, zumindest in Teilen gefallen haben.

5. Robert Pattinson war für mich lange Jahre untrennbar mit der Figur Edward Cullen verbunden, doch mit Cosmopolis ist es ihm/ihr gelungen, sich von diesem Image freizuspielen. Ja, wirklich, allerdings fürchte ich, dass das dann auch der Höhepunkt seines Schaffens gewesen sein könnte. Mal sehen.

6. Ein(e) Buch(-Reihe), das/die ich gerne mal lesen würde, wenn ich denn ausreichend Zeit hätte, wäre mein kompletter SuB, dazu vor allem die Reihe (eher Serie?) À la recherche du temps perdu.

7. Mein zuletzt gesehener Film war The Birds und der war von Alfred Hitchcock, weil meine Werkschau endlich in den letzten Zügen ist (sorry, die genauere Besprechung folgt natürlich noch).

von Medienjournal

Filmstöckchen: Filmvorlieben

Filmstöckchen gibt es ja nicht allzu oft, da fange ich das von Sonja geworfene doch gerne auf. Zum Glück habe ich einige der Fragen schon bei meinen 31 Tagen – 31 Filmen beantwortet.

Was ist dein Lieblingsfilm?
Diese vielen, vielen tollen Filme, die ich gesehen habe, auf einen zu reduzieren, finde ich natürlich nicht schön, aber dürfte ich nur einen Film behalten, wäre das immer noch 2001: A Space Odyssey.

Wieso ist das dein Lieblingsfilm?
Weil er wunderschön ist, völlig eigentümlich, durch und durch Film, allumfassende Themen behandelt, intellektuell, aber trotzdem seltsam berührend ist und weil man damit nie zu einem Ende gelangen kann. Seine Bedeutung ist niemals vollständig festzuhalten. Er bleibt eine Herausforderung.

Was war(en) deine Lieblingsfilm(e) als Kind?
Schwierig, ich weiß nicht mehr so genau. Von den Disney-Zeichentrickfilmen mochte ich am liebsten Aristocats und Die Schöne und das Biest (vor allem wegen diesen lebenden Gegenständen – Herr von Unruh!). Außerdem Bernard und Bianca und Feivel, der Mauswanderer (ich hatte was für Mäuse übrig). Ein Schweinchen namens Babe ist immer noch ein Kultfilm in unserer Familie. Und dann erinnere ich mich, dass ich bei der Lieblingsfilmfrage in einem Freundschaftsbuch mal Hexen aus der Vorstadt nannte. Ich weiß nur noch den Titel, sonst nichts, es ist wohl ein tschechischer Film von 1990. Ronja Räubertochter war aber auch wichtig, und Michel.

Wer ist dein(e) Lieblingsregisseur(in)?
Ich finde einfach, dass Stanley Kubrick die herausragendsten Filme gemacht hat. Schöner wäre es noch, wenn ich mich auch emotional mit ihnen identifizieren könnte, aber eine Virginia Woolf der Filmwelt habe ich noch nicht gefunden und so schlimm ist das auch gar nicht.

Wieso ist das dein(e) Lieblingsregisseure(in)?
Weil er sich so vieler Genres annahm, sie völlig seinem Stil unterwarf, bis zur Perfektion trieb und doch auch transzendierte, indem er seine Filme als fast schon philosophische Diskurse gestaltete. Er hat unvergessliche, visuelle Meilensteine gesetzt und gezeigt, was Film alles sein kann.

Hattest du schon vorher eine(n) Lieblingsregisseur(in)?
Als ich noch jung und unerfahren war, hatte ich immer mal wechselnde Regisseur-Phasen. Ich erinnere mich an eine Lars-von-Trier-Phase und eine Federico-Fellini-Phase, aber das ist schon um die 10 Jahre her. Von Tim Burton war ich auch schon früh lang anhaltend Fan, und natürlich habe ich auf jeden weiteren Film von Sam Mendes hingefiebert.

Warum ist das nicht mehr dein(e) Lieblingsregisseur(in)?
Sam Mendes ist immer noch einer meiner Favoriten, von Trier auch, mit Fellini müsste ich mich noch mal befassen, aber gegen Kubrick kommen halt alle nicht an. Und Tim Burton ist ja schlecht geworden, außerdem nehme ich ihn eher als Weltenerschaffer denn Regisseur wahr.

Wer ist dein(e) Lieblingsschauspieler(in)?
Im Moment: Joaquin Phoenix und Kate Winslet. Die absoluten Favoriten wechseln sich hier aber immer mal ab. Ich sehe schon wieder eine Fassbender-Phase am Horizont.

Wer oder was ist deine liebste Filmfigur?
Da konnte ich mich schon hier so gar nicht festlegen. HAL 9000?

Auf welche(n) kommende(n) Filme freust du dich am meisten?
Macbeth mit Fassy! Und Filme, die bereits abgedreht sind: Only Lovers Left Alive von Jim Jarmusch, weil ich mir immer noch endlich mal einen vernünftigen, ernst zu nehmenden Vampirfilm erhoffe und weil Tilda Swinton und Tom Hiddleston schon mal großartig aussehen, und 12 Years a Slave von Steve McQueen, obwohl ich noch gar nicht weiß, worum es überhaupt geht, aber bereits seine ersten beiden Filme haben mich sehr beeindruckt.

Wenn du das Geld und/oder die Möglichkeiten hättest, über was oder wen würdest du einen Film drehen oder was möchtest du generell mal verfilmt sehen?
Paradise Lost von John Milton im Look eines John-Martin-Gemäldes. Das kann ich aber nicht selber, das muss jemand anderes machen. Darren Aronofsky würde ich das eventuell zutrauen oder vielleicht einem der brutalen Südkoreaner.

Hm, ich werfe Stöckchen immer nicht gerne an konkrete Personen weiter, weil ich niemandem diese Last aufladen will. Interessieren würden mich die Antworten aber bei Yolanda Puschkin und Sebastian Nebel. Aber nur, wenn ihr Lust habt!

Monatsrückblick 12/2012

  • gesehene Filme: 22
  • im Kino: 7
  • Erstsichtungen: 18

JaneEyreSnap

Am besten gefallen haben mir:

  • Jane Eyre (Cary Fukunaga, 2011): Noch vollkommener als beim ersten Mal, meine perfekte Jane Eyre-Verfilmung, die mich wesentlich mehr berührt als damals das Buch. Fassy als Rochester schafft mich … total!
  • Batman Returns (Batmans Rückkehr – Tim Burton, 1992): Tim Burtons Fabel. Zwar bin ich auch sehr für Nolans Ansatz zu begeistern, aber Burtons Batman ist so viel schöner, allein weil Gotham City aussieht wie Metropolis (s.u.). Und bis auf Max Schreck (der Name!) sind die Schurken vor allem enttäuschte, tragische Figuren.
  • Shame (Steve McQueen, 2011): Ich hatte ein bisschen Sorge, war aber zum Glück auch beim zweiten Mal sehr beeindruckt. Es war sogar noch deutlicher ein Film über einen Verlorenen. Und was für klare Szenen!
  • The Sting (Der Clou – George Roy Hill, 1973)
  • The Mill and the Cross (Die Mühle & das Kreuz – Lech Majewski, 2011): Wenn sich zwei Kunstformen vereinen: Ein Film, der ein Gemälde erzählt. Wunderbar, was Film alles kann! Er ist abstrakt, aber mit unbegreiflich schönen Bildern, die ich besser im Kino gesehen hätte.
  • Barbara (Christian Petzold, 2012): Christian Petzold belohnt wieder jene, die genau hinsehen. Die fein gestaltete Figurenanordnung und subtilen Entwicklungen lassen es unter der Oberfläche kochen. Man muss sanft hinfühlen, sich auf das spröde, aber immer faszinierende Mysterium Nina Hoss einlassen.
  • Beasts of the Southern Wild (Benh Zeitlin, 2012): Er ist vielleicht surreal, aber nicht ganz so fantastisch wie erwartet. Ein mystischer, elliptischer Film mit einer resolut-zuckersüßen Protagonistin, deren Sicht auf die Welt vollkommen überzeugend wiedergegeben wird.
  • También la lluvia (Und dann der Regen – Icíar Bollaín, 2010): Ich musste an Argo denken, finde aber diesen spanischen Film wesentlich vielschichtiger und bedeutungsvoller.
  • In Darkness (Agnieszka Holland, 2011)
  • Una vita tranquilla (Ein ruhiges Leben – Claudio Cupellini, 2010)

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Enttäuscht hat mich:

  • Cloud Atlas (Tom Tykwer / Andy Wachowski / Lana Wachowski, 2012): Ich mag die Idee sehr, die Rahmen von Zeiten, Räumen und Genres zu sprengen, um sie zugleich miteinander zu verbinden, ihnen etwas Essenzielles zu entlocken. Für mich ist das Ergebnis nur leider nicht allzu geglückt. Der Film ist einfach zu viel, er hat zu viel, will zu viel und hetzt dadurch nur, springt rasant zwischen den Episoden, braucht zu viel Zeit, um jede einzelne zu erzählen, aber gibt ihnen wiederum nicht genug, um sich einfühlen, involvieren, emotional berühren zu lassen, wodurch er eigentlich recht oberflächlich bleibt, nur grobe Themenverknüpfungen schafft und gerade das Thema der Wiedergeburt nur durch die immergleichen Schauspieler behauptet. Der Film rauscht vorbei ohne einen Gedankengang anzustoßen. Einzig Ben Whishaw ist natürlich perfekt.
  • Anna Karenina (Joe Wright, 2012)
  • The Hobbit: An Unexpected Journey (Der Hobbit – Eine unerwartete Reise – Peter Jackson, 2012): Ich schließe mich der weitläufigsten Kritik an, dass der Film zu lang ist, zu viel Überflüssiges enthält. Mir gefällt auch nicht, wie angestrengt versucht wird, an die The Lord of the Rings-Reihe anzuschließen, auf sie vorzubereiten. Aber Martin Freeman und Richard Armitage sind schon toll besetzt, das 3D ist größtenteils absolut überzeugend (wie viel die 48 Bildchen dazu beitragen, könnte ich aber erst im Vergleich sagen), aber was hilfts, wenn der Film ansonsten nicht packt?

Irgendwo zwischen Gefallen und Enttäuschung lag:

  • Life of Pi (Ang Lee, 2012): Wahrscheinlich der visuell schönste, verzauberndste, beeindruckendste Film, den ich dieses Jahr gesehen habe, und die Beziehung zwischen dem Jungen und dem Tiger ist wundervoll, nuanciert eingefangen. Doch letztendlich blieb dann nicht viel übrig bei mir, keine nachhaltige Wirkung (was ich von Ang Lee anders kenne), keine Frage nach Gott – nur der Glaube an den Filmgott, den Regisseur, der mit Hilfe von Bildern jede Geschichte groß und großartig erzählen kann.

Seltsam war:

  • Tabu (Miguel Gomes, 2012): Irgendwie vereint die Melancholie diese Geschichten, die auch schön in Bildsprache und Erzählweise transportiert wird, aber die Geschichten an sich sind ja nicht besonders interessant. Hmm …

Serie:

  • Mad Men – Staffel 5 (Matthew Weiner, 2012): Und schon wieder bin ich zwiegespalten. Diese Männer gehen mir langsam auf die Nerven (die Frauen sind nach wie vor die Interessanteren). Und es ist ja nicht so, als würde den Autoren noch sehr viel Neues, Spannendes einfallen. Allerdings entwickelt gerade dieses Immergleiche, die Zyklizität des Geschehens eine besondere Stimmung, die sich immer weiter verfestigt. Diese Männer sind erfolgreich, haben alles, was sie immer wollten, und können doch nie aufhören, weiter zu wollen, immer das, was sie gerade nicht haben. Es gibt kein Ankommen, keine Zufriedenheit, nur eine ewig unerfüllte und unfüllbare Leere, einen ewigen Kreislauf, ein Scheitern am Glück. Und das ist auf Dauer wahnsinnig deprimierend, richtig niederdrückend, fast schon existentialistisch – und dadurch auch ganz groß.
    “You really have no idea when things are good, do you?”
    “Everything you wanna do, everything you think’s gonna make you happy just turns to crap.”

madmenseason5.1

Beeindruckt haben mich:

  • das lebendige “Die Kreuztragung Christi” von Pieter Bruegel
  • Nina Hoss, sie fasziniert von Mal zu Mal mehr, durchdringender
  • Tim Burtons Gotham City
  • Michael Fassbender, natürlich, immer wieder
  • Joe Wrights’ Bühnenidee für Anna Karenina
  • Quvenzhané Wallis und Dan Romers und Benh Zeitlins Filmmusik zu Beasts of the Southern Wild (seit Jane Eyre lief kein Score mehr so sehr in Dauerschleife bei mir)
  • die visuellen Einfälle von Rise of the Guardians, vor allem die knuffigen Wichtel, der Sandmann und die kleinen Zahnfee-Kolibris
  • Richard Armitage (es gibt Männeraugen, die können mich alle Überzogenheit vergessen lassen)
  • Richard Parker und 3D-Bilder einer Natur, wie es sie nur im Kino geben kann

Fazit: Ein gemischter Monat. Besonders freut mich, dass mich die beiden Fassbender-Filme bei der Zweitsichtung nicht enttäuscht haben. Ansonsten habe ich den Eindruck, dass neuerdings immer mehr Wert auf visuelle oder auch erzählerische Überwältigung gesetzt wird, besonders bei 3D-Filmen. Leider kann der Inhalt dabei immer weniger mithalten.

Media Monday #22

1. Steve McQueen gefiel mir am besten in The Getaway, aber das sage ich nur, weil es mein liebster Film mit ihm ist, denn allein anhand seiner schauspielerischen Leistung könnte ich mich nicht entscheiden, ist er doch in jeder Rolle die Coolness in Person.

2. John Carpenter hat mit Assault on Precinct 13, glaube ich, seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der mir definitiv gefallen hat und ich mich mit Carpenter und seinen Genres ansonsten nicht auskenne.

3. Erika Eleniak gefiel mir am besten in … was soll man dazu denn sagen?

4. Einfach um den Versuch mal zu wagen: Welches Theaterstück/Musical o. ä. habt ihr zuletzt gesehen und wie hat es euch gefallen?
Oh, das trifft einen wunden Punkt. Früher bin ich nämlich öfter ins Theater gegangen, es war definitiv eine der wichtigsten Künste für mich. Aber dann wurde es aufgrund nachlassender Qualität des ansässigen Schauspielhauses immer weniger und heute ist es mir schlicht zu teuer. Wie schade, dass das aus meinem Leben verschwunden ist. Ich glaube, mein letzter theaterähnlicher Besuch war 2008 Parsifal bei den Bayreuther Festspielen. Die Gelegenheit hat sich einfach geboten und da habe ich sie ergriffen, obwohl ich Opern nur selten mag. Es war denn auch eine interessante Erfahrung, aber nichts, was ich wiederholen würde (zu lang, heiß, eng, unbequem, langweilig, unverständlich).

5. Das überflüssigste Klischee in TV-Serien ist vielleicht, dass man Intrigen und Missverständnisse für eine interessante Handlung braucht.

6. Horror-Komödien mag ich nicht – außer sie sind so doppelbödig wie The Fearless Vampire Killers (wie ich den liebe!) oder Beetlejuice.

7. Meine zuletzt gesehene Serie ist The Killing, wenn es aber um ganze Staffeln geht, dann Downton Abbey und die war wunderschön, weil sie ein Konglomerat zauberhafter, berührender Charaktere und Geschichten ist.

von Medienjournal

Media Monday #17

1. Christopher Plummer gefiel mir am besten in Syriana.

2. Luc Besson hat mit Léon seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er doch, sind wir mal ehrlich, ein B-Regisseur ist, hier jedoch etwas gänzlich Einzigartiges und Unvergessliches und Stilvolles geschaffen hat, auch wenn ich dieses Einsamer-Killer-Klischee nicht mehr so gern sehe.

3. Heike Makatsch gefiel mir am besten in Aimée und Jaguar – also der Film gefiel mir zumindest.

4. Welche/r Schauspieler/in ist viel zu früh von uns gegangen?
Davon gibt es leider zu viele: James Dean (was er da in seine Rollen legte, habe ich seither nie wieder bei einem Schauspieler gesehen), die umwerfende Marilyn Monroe, Romy Schneider, Grace Kelly (die sich ja sowieso viel zu früh aus dem Filmgeschäft verabschiedete, denn eine solche Schönheit und Grazie gibt es doch nur einmal), River Phoenix (auch wenn ich seinen Bruder immer vorziehen würde), Brad Renfro (nicht allzu bekannt, doch bereits ein vielversprechender Kinderdarsteller) und, ja, Heath Ledger auch (nicht so sehr wegen seinem Joker, eher wegen seinem Ennis del Mar).

5. Unrealistische Vorstellungen von Liebe habe ich schon hunderte Mal im Film erlebt.

6. Bald startet wieder die Comic Con in San Diego, die sich ja beileibe nicht ausschließlich um Comics dreht. Erwartet ihr euch spannende News, Ankündigungen, Teaser, Trailer und dergleichen und vor allem, wenn ihr könntet, würdet ihr hinfahren?
Nein, hinfahren würde ich nicht. Ich bin doch kein Nerd, was soll ich da? Was da vor sich geht interessiert mich auch nicht, da nur die wenigsten der dort vorgestellten Filme mich begeistern können und diese ewigen Teaser, Vorabausschnitte und -bilder mir langsam gehörig auf die Nerven gehen.

7. Meine zuletzt gesehener Film ist Meek’s Cutoff und der war mir schon deswegen entgegenkommend, da ich pessimistische Western so sehr mag, außerdem war es ein Film, der in seiner Reduktion unwahrscheinlich viel zu bieten hat, weil er eine ganz sanfte Spannung generiert, interessante Gruppen- und Genderdynamiken entwickelt und eine wunderbare Raumpoetik (fast -philosophie, oder?) hat, der Schluss hat mich jedoch ein wenig enttäuscht – nicht, weil ich offene Enden ablehne, sondern weil diesem dramaturgiearmen Plot ein Anker fehlte, ein Emotionswegweiser. Wie wundervoll Michelle Williams ist muss ich jedoch hoffentlich niemandem mehr erzählen. Jedenfalls gehört Kelly Reichardt nun neben Steve McQueen zu den für mich persönlich vielversprechendsten Jungregisseuren (auch wenn ich nur noch Wendy and Lucy kenne, doch der hat mich schon zutiefst getroffen) – Parallelen der beiden lassen sich dabei nicht verleugnen.

von Medienjournal